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Ich beim Arzt: kleines Theaterstück „Der passive Patient“

Patient kommt herein, geht zum Tisch, an dem links die Ärztin sitzt, gibt ihr die Hand, setzt sich rechts auf den Stuhl. Ärztin schaut freundlich, Patient eher schüchtern.

Patient: „Guten Tag, Frau Doktor.“

Ärztin: „Guten Tag, Sie sind Herr Meier?“

Patient: „Ja. Ja.“

Ärztin: „Sie sind auch noch nicht bei mir gewesen?“

Patient: „Nein. Nein.“

Ärztin: „Wir kennen uns noch nicht... Ja, was kann ich denn für Sie tun, Herr Meier?“

Patient „sammelt sich“, schaut erwartungsvoll Ärztin an, druckst ein wenig herum.

Patient: „Hach... Ja, ich fühl mich nicht so richtig.“

Ärztin: „Aha. Wo fühlen Sie sich denn nicht so richtig?“

Kamera geht auf Ärztin, die ebenso erwartungsvoll schaut und nach Informationen ringt.

Patient: „Ja, ich hab so mit dem Magen so Probleme.“

Ärztin: „Hm. Und deswegen fühlen Sie sich nicht so richtig.“

Patient: „Ja.“

Jetzt wieder beide zu sehen. Ärztin schaut etwas eindringlicher.

Ärztin: „Tja. Wollen Sie mir ein bisschen mehr darüber erzählen, warum Sie sich mit dem Magen nicht so richtig fühlen?“

Patient hebt und senkt beide Hände, ist sich sichtlich unschlüssig.

Patient: „Hm. Schwierig. Es ist so... ich kann's schlecht erklären... so'n Stechen im Magen.“

Ärztin: „Stechen im Magen.“

Patient: „Hm.“

Patient hebt und senkt erneut seine Hände, schaut unsicher in die Luft. Ärztin schaut ratlos.

Ärztin: „Wann haben Sie das Stechen im Magen? Wenn Sie was gegessen haben?“

Patient: „Pfff... ja... auch...“

Ärztin: „Auch. Wann denn noch?“

Patient rutscht auf Stuhl hin und her, schaut in die Luft.

Patient: „Eigentlich immer.“

„Verdutzter“ Ausdruck im Gesicht der Ärztin. Kamera zeigt nur die Ärztin, schwenkt dann auf den Patienten.

Ärztin:: „Gut. Sie sehen mich etwas ratlos, denn ich krieg so wenig Informationen von Ihnen. Können Sie mir das etwas näher beschreiben? Sie sagen: eigentlich immer. Das heißt: ob Sie essen, ob Sie nicht essen, in der Nacht, am Tag, oder gibt’s auch mal 'ne Ruhephase, wo das Stechen aufhört?“

Patient atmet tief durch, schaut wieder ratlos in die Luft, sammelt sich, bringt seinen ganzen Mut auf, um zu antworten.

Patient: „Kann ich so nicht sagen... Ja, vielleicht zwischendurch mal ist es ein bisschen besser, ja.“

Schwenk zurück auf Ärztin, die jetzt entschlossen wirkt.

Ärztin: „Also, Herr Meier, ich denke, wir machen das mal anders. Ich geb Ihnen eine Überweisung, ich schick Sie mal zur Magenspiegelung, und dann schaut sich der Kollege das mal an. Dann kommen Sie wieder zu mir, und dann haben wir wohl ein bisschen nähere Informationen, was das mit dem Stechen so in Ihrem Magen zu tun hat. Wollen wir das so machen, Herr Meier?“

Jetzt Ärztin und Patient zu sehen, dann fast die ganze Bühne. Links neben Ärztin steht ein Schaubild-Aufsteller, rechts neben Patient ein Skelett.

Patient: „Ja. Ja.“

Ärztin und Patient nicken sich hoffnungsvoll zu.

Ärztin: „Ich glaube, da ist Ihnen besser geholfen. Ja?“

Patient: „Ich denk schon, ja.“

Ärztin zeigt auf Ausgang, Patient steht auf, gibt Ärztin die Hand...

Ärztin: „Gut, also, dann wünsche ich Ihnen alles Gute, holen Sie sich die Überweisung, auf Wiedersehen.“

Patient: „Ja. Ja. Wiedersehen. Wiedersehen.“

... und geht nach links aus dem Bild raus.

Kamera zeigt nun nur auf Ärztin, die sich abschließend Notizen macht.

ENDE


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