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Ich beim Arzt: kleines Theaterstück 'Das gute Gespräch'

In der Mitte ein Tisch mit einem Laptop. Links sitzt eine Ärztin, ca. 55 Jahre, blonde Haare, rote Brille, weißer Kittel. Schaut aufmerksam die gegenübersitzende Patientin an. Diese trägt ein rotes Oberteil und hat vor sich einen Zettel liegen und einen Stift in der Hand.

 

Ärztin: „Wie geht´s Ihnen denn?“

Patientin wirkt ein wenig angespannt und nachdenklich. Aber sehr konzentriert, fokussiert und offen für das Gespräch.

Patientin: „Nicht so gut.“

Ärztin: „Was ist los?“

Patientin: „Ja wir haben ja das letzte Mal über Medikamentenumstellung gesprochen und ich habe mich jetzt beobachtet und also die Wirkung dieses Medikaments ist nicht befriedigend.“

Ärztin tippt kurz auf ihrem Laptop herum.

Ärztin: „Hmmm, ja Sie haben ja dieses Medikament X1. Und damit kommen Sie nicht gut zurecht?“

Ärztin nimmt die Brille ab und blickt konzentriert auf die Patientin. Patientin schüttelt den Kopf.

Patientin: „Ja also meine Schmerzen sind nicht wirklich besser geworden. Bisschen.. aber nicht so, dass ich nachher wieder im Beruf alles geben kann.“

Patientin: „Und vor allem die Nebenwirkungen… Ich habe ja zugenommen ohne Ende.“

Patientin legt den Stift auf den Tisch, breitet die Arme aus und deutet mit den Händen auf ihre Hüften und Beine.

Patientin: „Also das geht irgendwie gar nicht. Können wir da nicht was anderes machen?“

Ärztin: „Haben Sie sich da schon mal informiert? Denken Sie an was ganz bestimmtes? Oder haben Sie da schon mal geschaut was…. ob Sie auf ein anderes Medikament…? Weil ich kenne Sie ja, dass Sie sich immer vorher informieren, deshalb frage ich...“

Patientin nickt, greift nach dem Stift und richtet Ihre Zettel.

Patientin: „Jaja.“

Ärztin: „Haben Sie denn schon was vorbereitet auf Ihrer Liste? Ich kenn, dass Sie mir immer bestimmte Listen mitbringen mit Fragen. Was haben Sie denn an Informationen, was man zusätzlich machen könnte oder alternativ?“

Patientin freut sich sichtlich dass sie mit eingebunden wird, lächelt

Patientin: „Also ich habe jetzt mal zwei rausgesucht. Sie haben mir ja auch schon mal die Richtungen gesagt, wo ich das anschauen kann und das wäre das Medikament B und das Medikament C. Aber ich möchte von Ihnen gerne noch wissen, wie die Wirkungen sind, weil mit diesen Beipackzetteln komme ich da nicht ganz zu Gange oder so. Und ich möchte wissen, was dann für mich vielleicht wichtig ist, oder richtig ist.“

Ärztin nickt mehrfach mit dem Kopf

Ärztin: “Okay, okay, also A ist für Sie nicht mehr akzeptabel, wie Sie mir gesagt haben.“

Patientin: „Nein.“

Ärztin: „Und jetzt müssen wir...“

Patientin deutet nochmal auf Ihre Hüften.

Patientin: „Nein, nein.“

Ärztin: „Ja versteh ich…  Also B und C, Sie wollen wissen, wie ist der Unterschied.“

Patientin: „Ja genau.“

Ärztin: “Das Medikament B wird oral eingenommen, also als Tablette eingenommen…“

Patientin: „Ja.“

Ärztin:  „Und das Medikament C wird gespritzt.“

Patientin lehnt sich völlig erschrocken auf dem Stuhl zurück.

Patientin: „aaaaaach!“

Ärztin hebt beruhigend die rechte Hand.

Ärztin: „Ich sehe schon, ja ich weiß, dass Sie Spritzen nicht gerne haben.“

Patientin rutscht nervös auf ihrem Stuhl hin und her lehnt sich weit nach hinten.

Patientin: „Nein, nein nein!“ Also mir selber… Nein gar nicht!“

Ärztin: „Aber ich denke halt dran Frau Weis, dass Sie viel unterwegs sind. Das haben Sie mir auch erzählt.“

Patientin: „Jaaa…“

Ärztin: „Und das wäre natürlich eine Möglichkeit, da sind Sie unabhängiger.“

Patientin zwischendrin: „Ja aber, also das also…hmmpf.“

Patientin holt tief Luft und bläst die Wangen auf, sie wirkt sehr geschockt.

Ärztin: „Wenn Sie lieber das Medikament C haben wollen, dann müssten Sie ja jedes Mal zu mir kommen, wenn Sie sich selber nicht spritzen wollen.“

Patientin lehnt sich wieder vor und sitzt nun wieder entspannter, aber aufmerksam, am Tisch.

Patientin: „Okay. Und es dauert auch gleich lang, bis die dann wirklich wirken? Oder muss ich dann länger warten oder irgendwie so?“

Ärztin: „In der Regel… Sicher, mit der Spritze geht es ein bisschen schneller als mit den Tabletten…“

Patientin unterbricht die Auml;rztin:

Patientin: „Okay...“

Ärztin: „Aber wie gesagt,  ich sehe an Ihrer Mimik, dass Sie mit der Spritze nicht so glücklich sind.“

Patientin stöhnt  und sinkt ein wenig in sich zusammen.

Patientin: „Hach, hach… Nein, nicht wirklich, nein. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, mir selber weh zu tun.“

Ärztin: „Ja gut, dann würde ich sagen, dann verschreibe ich Ihnen die Tabletten.“

Patientin wirkt zögerlich, nickt langsam mit dem Kopf.

Patientin: „Jaaaa…“

Ärztin: „Und Sie haben aber… Ich sehe Ihnen an, Sie haben noch irgendwas auf dem Herzen, das sehe ich Ihnen am Gesicht an.“

Patientin nimmt den Stift zur Hand und beugt sich zu Ihrer Liste.

Patientin: „Ja, ich habe noch nicht ganz alles von meiner Liste abgehakt, Frau Doktor.“

Ärztin lächelt und schaut auffordernd.

Ärztin: „Dann raus damit“

Patientin senkt den Kopf, schaut betrübt.

Patientin: „Es fällt mir schwer…“

Ärztin: „Soll ich mal fragen, was es sein könnte?“

Patientin: „Ja also ich bin ja jetzt schon in einem gewissen Alter und ähm, sie wissen…

Patientin beugt sich zur Ärztin vor und spricht leiser.

Patientin: „Sexualität und so…“

Ärztin nickt und schaut verständnisvoll.

Ärztin: „Ja mit Sexualität… Es gibt Schwierigkeiten beim Sex - richtig?“

Patientin schaut fragend.

Patientin: „Ja, ja. Hat´s da einen Zusammenhang mit den Medikamenten, die ich nehme? Oder hat das mit dem Alter zu tun oder was hat das dann für….“

Ärztin schüttelt leicht den Kopf.

Ärztin: „Eigentlich nicht, also das hat mit dem Medikament nichts zu tun. Das kann eine Ursache generell Ihrer Erkrankung, auch psychischer Art, sein. Und Sie stehen ja auch unter Stress, wie Sie mir erzählt haben. Auch das kann ein Faktor sein… Aber da bin ich nicht die richtige Ärztin, das muss ein Facharzt oder Fachärztin machen.“

Patientin nickt

Patientin: „Alles klar.“

Ärztin: „Wollen wir so verbleiben? Ich verschreibe Ihnen das Medikament B und Sie probieren mal, wie sie zurechtkommen.“

Patientin: „Ja.“

Ärztin: „Sie kommen aber bitte gleich zu mir, wenn irgendwas nicht in Ordnung ist. Wenn Nebenwirkungen auftreten, die Sie beobachten, kommen Sie bitte zu mir.“

Patientin deutet auf ihre Liste.

Patientin: „Ja. Und dann mache ich mein Tagebuch wieder, damit Sie hinterher sehen, wie ich das vertragen habe.“

Ärztin nickt.

Ärztin: „Genau, genau.“

Patientin: „Gut machen wir das so.“

ENDE


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