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Ich im Krankenhaus – Wenn ich auf Station bin

Punkt Nummer 3: Wenn ich auf Station bin.

Wenn Sie auf Station sind, gehen Sie eigentlich davon aus: Die Leute kennen mich jetzt, eigentlich müsste hier doch jetzt alles ganz normal laufen. Aber es gibt niemanden, der sich so gut mit Ihrer Krankheitserfahrung auskennt und der so genau weiß, was Ihre Bedürfnisse sind, wie Sie selbst. Deswegen sagen Sie das! Sagen Sie: „In meiner Krankheitserfahrung ist es so, dass ich dieses und jenes Pflaster leider nicht vertrage. Da wird die Haut ganz rot und fängt an zu jucken“ oder dass Sie eben sagen: „Ich hab eine gewissen Nahrungsmittelallergie, das kann ich nicht essen.“ Das sind Punkte, die müssen Sie sagen, denn Sie wissen das und dann werden auch alle sich bemühen, dass es für Sie so passend gemacht wird, wie irgendwie möglich. Dazu zählt auch, dass Sie sagen: „Gewisse Dinge sind einfach mir unangenehm, können wir das nicht irgendwie ändern?“ Beim Waschen vielleicht, dass Sie sagen: „Wenn ich gewaschen werde oder wenn mir jemand hilft, dann möchte ich eigentlich gar nicht, dass das die anderen sehen.“ Da können Sie die Patienten zum Beispiel höflich bitten, dass Sie sagen: „Wäre es in Ordnung, wenn Sie dann einfach wegschauen oder kann man nicht so ein kleines Séparée aufbauen?“ Das sind alles Punkte, die sehr wichtig sind und die Ihnen ja Ihren Krankenhausaufenthalt ja auch versüßen sollen, das soll ja alles sozusagen so wenig unangenehm sein wie möglich, denn so wirklich gerne ist ja tatsächlich niemand im Krankenhaus.

Dann geht es natürlich noch darum, dass man sagen muss, was ist denn eigentlich mit der Hygiene? Die Hygiene ist ein Riesenthema. Viele Ärzte, viele Pflegerinnen und Pfleger, viele Patienten begehen da immer noch Fehler und die können sehr schmerzhaft werden oder sogar tödlich enden. Deswegen ist es so wichtig, auch als Patient darauf zu achten, dass Sie sich regelmäßig die Hände desinfizieren, dass Sie kein Topfblume haben, nicht zu viel Schmuck mitnehmen, da sind überall Bakterien von zuhause dran, zuhause machen die nichts, aber in der Wunde, mit der Sie vielleicht jetzt gerade im Krankenhaus liegen oder in der Wunde von dem Bettnachbarn, da haben die nichts verloren.

Und dann ist es natürlich so, dass man sich denkt: „Hmmm, jetzt achte ich schon auf alles und ich bin ja ganz fit und mach das gut, aber da kommt doch ein Arzt durch die Tür und das sieht so aus, als hätte er sich die Hände nicht desinfiziert, was mach ich denn dann?“ Man möchte ja auch nicht der Nörgler sein, sozusagen petzen und sagen „Jetzt waschen Sie sich doch einmal die Hände“, das kommt nicht so gut. Man kann das aber ganz gut lösen: Erstens ist in den meisten Krankenhäusern der Desinfektionsspender im Zimmer, das heißt, Sie sehen genau, wer sich die Hände desinfiziert hat und wer nicht und wenn es jemand nicht gemacht hat, sagen Sie das ruhig. Sagen Sie: „Wäre es in Ordnung, wenn Sie sich einfach noch einmal die Hände desinfizieren, ich weiß das sehr zu schätzen“, also wirklich wertschätzend und nett, dann geht das auch.

Und dann kommt natürlich noch der große Punkt: die Etikette. Es gibt immer wieder Kolleginnen und Kollegen und auch Pflegerinnen und Pfleger, die ohne Anzuklopfen in ein Zimmer reingehen. Ich klopfe zum Beispiel an, meistens höre ich aber gar nicht ein „Ja“ und taste mich dann langsam vor, dass ich merke „OK, jemand weiß, dass ich jetzt reinkommen möchte“ und kann dann immer noch sehen, ist es vielleicht gerade nicht der passende Moment. Also deswegen beharren Sie da ruhig drauf und sagen Sie „Wäre es in Ordnung, wenn Sie anklopfen, dann kann ich vielleicht noch einmal schreien, nee, jetzt nicht, ich bin hier gerade ganz unvorteilhaft“ oder – der nächste Punkt – dass Sie natürlich sagen: „Wer ist denn da eigentlich?“

Also wenn sich bei Ihnen jemand neu vorstellt, dann sollte der das oder die das natürlich auch mit dem Namen machen und nicht einfach sagen, ja, hier wir machen jetzt das und jenes, sondern da können Sie natürlich auch fragen: „Vielen Dank, sehr nett, aber würden Sie mir noch einmal Ihren Namen sagen“. Das können Sie zum Beispiel auch aufschreiben, damit es später nicht heißt, „Naja, ich hab da mit irgendjemanden gesprochen“ und da war es wieder keiner oder keiner weiß Bescheid.

Und wenn Sie die Regeln so ein bisschen einhalten und ein bisschen darauf achten, dann wird der Krankenhausaufenthalt wesentlich angenehmer als wenn Sie einfach sagen, ich gucke zu und sehe mal, was passiert.


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